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Mexico Y2K
Karibikküste Die Reise beginnt mit einem Kurzaufenthalt in Playa del Carmen, um einen Mietwagen zu organisieren. Bei "Happy –rent a car" werden wir fündig. Sobald dies geschieht verlassen wir den Ort fluchtartig, da man hier eigentlich ausnahmslos in europäischem Ambiente 24h feiern kann. Erstes Ziel ist der Strand von Tulum. Türkisblaues Wasser verlockt zum sofortigen Untertauchen.
Strand von Tulum Hier wohnt man wunderschön in Cabanas (Cabanas "Aries") direkt am Strand
Cabanas "Aries" und genießt wild-romantische Augenblicke. Strom und somit Licht gibt es von 6 bis 9 Uhr abends durch Notstromaggregatoren - dann herrscht dunkle Nacht.
Guten Morgen! (Die wunderschöne Tempelanlage Tulum wird in einer der nächsten Ausgaben von Joy erscheinen, da sie ein Highlight auf unserer Rundreise im Norden der Halbinsel war.) Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Los Limones und kurz danach zu einer der abgelegensten Regionen der Karibikküste - auf die Halbinsel Xcalak nach Majahual.
Abfahrt von Tulum Dieser Ort ist vom Tourismus noch weitgehend verschont geblieben, einige wenige "Luxus" Cabanas (mit eigenem Bad!) und die freundlichen Einwohner wirken sehr einladend.
Cabanas del Doctor Der Strand eignet sich weniger zum Schwimmen, da das Wasser bloß knöchelhoch ist – dennoch lohnt es sich hier zu bleiben, um die Ruhe und das Meer genießen zu können.
Strand von Majahual Als Entschädigung bietet der Strand tausende Riesenmuscheln, die vom Hurrican Gilbert vor 10 Jahren ans Festland geschleudert wurden.
Muscheln in Mayahual Nach einem leckeren mexikanischen Frühstück starten wir schon sehr zeitig, da wir einen Riesenritt bis nach Palenque geplant haben. Unser Weg führt wieder zurück nach Limones, dann weiter Richtung Chetumal.
Zone Rio Bec Kurz vor Chetumal biegt der Highway rechts nach Francisco Escárcega ab. Hier beginnt die Zone Rio Bec mit etlichen kleineren, aber dennoch faszinierenden Tempelanlagen. Magnetisch angezogen folgen wir dem Pfad durch den Wald zu den verborgenen Ruinen von Kohunlich. Traumhaft liegt diese Anlage mitten im tropischen Regenwald, Affen sind des Besuchers Begleiter.
Kohunlich Berühmt ist dieser Tempel durch seine reich verzierten Masken des Sonnengottes, die den Aufgang zum Haupttempel flankieren.
Masken von Kohunlich Direkt an der Straße, 52 km vor Escárcega, ist ein köstliches Fisch-Essen (Fisch und Meerestiere) im Spezialitätenrestaurant "Campestre La Laguna" direkt an der Lagune in Silvituc ein absolutes Muß.
Campestre La Laguna Zur Unterhaltung und Erkundung der Tierwelt befindet sich direkt im Restaurantgarten ein Streichelzoo. Mexikanisch bedeutet das wohl, dass die Tiere freien Lauf haben und sich gerne zu Tisch gesellen.
Tischgenosse Tagsüber kann man von hier aus auch mit kleinen Ruderbooten die Lagune erkunden.
Lagune bei Silvituc Nachdem wir geplant hatten, möglichst viele Kilometer bei Tageslicht runter zu spulen, machen wir uns bald wieder auf den Weg - Richtung Palenque. Auf den Strassen kommt man recht flott voran - natürlich mit höchster Vorsicht, da immer wieder Menschen und Tiere überqueren oder plötzlich im Weg stehen. Zu Sonnenuntergang fängt es leider auch noch extrem zu schütten an und die Bäche fliessen bis Palenque. Unterwegs passieren wir etliche Militärstops, die zwar nicht unbedingt lästig sind, aber das Fahrtempo beträchtlich reduzieren. Um 10 Uhr abends kommen wir in Palenque an. Ursprünglich wurden uns Hotels nahe der archäologischen Zone empfohlen, doch sind die meisten besetzt und bei anderen können wir aufgrund des strömenden Regens und der Dunkelheit nicht mal die Rezeption erkennen. Aus diesem Grund ziehen wir es nun schließlich vor, in der Stadt selbst zu übernachten. Der Ort hat an sich nichts besonders Reizvolles zu bieten und da es am nächsten Morgen noch immer nicht zu regnen aufgehört hat, beschliessen wir, die Tempelanlage am Rückweg zu besichtigen und fahren gleich los ins Bergland von Chiapas nach San Christóbal.
Bergland von Chiapas Die Strasse von Palenque nach San Christóbal führt durch eine wunderschöne Berglandschaft mit traumhafter Aussicht auf die ganze Umgebung. Landschaftlich gehört Chiapas zu den schönsten Regionen Mexikos, wirtschaftlich und sozialpolitisch allerdings zu den ärmsten und rückständigsten. Immer wieder passieren wir kleine Hütten von Indios, die trotz der ziemlichen Kühle der hohen Berge und den rauhen Bedingungen hier leben. Oft erleben wir auch Überraschungen - plötzlich hinter der einen oder anderen Kurve fehlt ganz einfach die Hälfte der Strasse, dann überqueren Bäume oder Felsen die Fahrbahn - langweilig wird das Fahren sicher nicht. In San Christóbal angekommen, freuen wir uns sehr, endlich wieder blauen Himmel zu sehen und Sonnenstrahlen zu spüren. Denn hier auf 2000m Höhe ist es schon ziemlich frisch - wie kalt es vor allem in den Nächten sein kann (4 Grad über Null) bekommen wir später noch deutlich zu spüren. Nach einer Stärkung im Restaurant, wo es Sesamweckerl und Pasta gibt, machen wir uns auf die Suche nach einem Hotel. Empfohlen wurde uns, unbedingt ein Quartier mit Garage zu nehmen, da die Autoscheiben gerne eingeschlagen werden. Da die meisten Herbergen sowieso Parkplätze anbieten, war diese Vorsichtsmaßnahme ein Leichtes. Bald finden wir ein nettes, helles Hotel mit Fenstern in den Innenhof. Die meisten Hotels befinden sich in wunderschönen Kolonialhäusern, wo die Zimmer aber sehr dunkel sind. Heizungen gibt es nirgendwo. Da die Kälte unerträglich für einen längeren Aufenthalt im Zimmer ist, machen wir uns gleich für einen Ausflug bereit. Die Fahrt geht über Comitán de Dominguez weiter zu den Lagunas de Montebello. Je weiter wir uns von San Christóbal entfernen, um so flacher wird die fast mitteleuropäisch anmutende Nadelwaldlandschaft.
Am Weg zu Lagunas de Montebello Die an Guatemala angrenzenden Lagunas de Montebello bestehen aus etwa 50 größeren und kleineren Seen. Hier kann man herrlich wandern, reiten oder mit Holzflossen am Wasser treiben.
Lagunas de Montebello Uns bleibt dieses Vergnügen leider vorenthalten, da es wieder regnet und ziemlich eisig ist - wir fühlen uns eher nach Kanada versetzt. So fahren wir kreuz und quer durch das Naturschutzgebiet und sehen uns die Seen per warmen Auto an. Indiokinder laufen uns immer wieder entgegen und möchten Reiseführer spielen.
Lagunas de Montebello Die in herrlicher Umgebung liegende Maya-Stadt Chinkulitic liegt direkt am Weg von den Seen zurück nach San Christóbal. Von weitem schon kann man die hoch oben am Berg liegende Tempelanlage sehen.
Chinkultic Ein langer Treppenweg führt durch den Buschwald bis zur Spitze der kleinen Pyramide, wo noch heute Blumen geopfert werden. Von hier oben geniesst man einen weiten Ausblick über Wälder, Seen und Felder.
Chinkulitic Unmittelbar neben dem Heiligtum fällt der Felsen senkrecht zur blau-schimmernden Cenote Aqua Azul ab, die möglicherweise als Opferplatz genutzt wurde.
Chinkultic Am nächsten Tag erkunden wir San Christóbal. Dieser wunderbare, bunte Ort gehört wohl zu den schönsten Kolonialstädten Mexikos. Somit ist er auch bevorzugtes Ziel von Touristen, die vor allem Hippi-like, Sesamweckerl essend durch die Strassen schlendern.
San Christóbal Dadurch, dass viele Rucksacktouristen auf dem Gringo-Trail die Stadt bevorzugten, kam es zur Etablierung zahlreicher Cafés, in denen Vollkornpasta serviert und amerikanische Zeitungen gelesen werden.
San Christóbal San Christóbal hat seinen kolonialen Stil durch die Häuser und gepflasterten Strassen fast unverfälscht erhalten.
San Christóbal Mittelpunkt der Altstadt ist der Zócalo, auch Plaza 31 de Marzo genannt, der noch bis zu Beginn des 19. Jh. als Markt diente. Heute bildet er mit seinen Bäumen und Bänken den Ruhepol der Stadt. In der Mitte befindet sich ein Caféhaus wo man auf der Terrasse herrlich einen Capuccino geniessen und dem Treiben im Park zusehen kann.
San Christóbal An der Nordweststrecke sieht man die Kathedrale, deren Grundstein die Spanier bereits am Tag der Stadtgründung 1528 legten.
San Christóbal Das heutige Aussehen
erhielt die Kirche erst Mitte des 18.Jh., wobei sich der Baumeister
am Stil der Kathedrale von Antigua Guatemala orientierte.
San Christóbal Vor der Kathedrale verkaufen Indiofrauen und -kinder Handwerkskunst.
San Christóbal Die Iglesia del Convento Santo Domingo ist San Christóbals bedeutendster Sakralbau. 1551 wurde sie fertiggestellt. Die Hauptfassade fasziniert durch den reichen Blumenschmuck und den gedrehten Säulen, in deren Nischen Heiligenfiguren sitzen.
Fassade der Iglesia del Convento Santo Domingo, San Christóbal Gleich neben der Kirche findet man den wesentlich kleineren Templo de Caridad (Kirche der Barmherzigen), der zum Kloster des Ordens San Juan de Díos gehört.
Convento SantoDomingo, San Christóbal Rund um die beiden Kirchen hat sich der wichtigste Indiomarkt der Stadt entwickelt.
Indiomarkt, San Christóbalan Dieser Markt bietet vor allem Kunsthandwerk aus der Umgebung für Touristen an.
San Christóbal Der eigentliche Markt liegt ein Stück weiter die Strasse General Utrilla hinauf. Dieser Markt ist so alt, wie die Stadt selbst.
Am Markt, San Christóbal Trotz überdachter Halle liegen viele Stände außerhalb. Was nicht verwunderlich ist, bei dem "Duft" nach getrockneten Fischen und Fleisch im Inneren. Wenn man die Luft lange anhalten kann ist das Schlendern durch die Markthalle sehr spannend.
Markt ,San Christóbal Unser Blick vom Dach des Hotels auf San Christóbal.
San Christóbal Am Rand der Stadt Richtung Comitán de Domíngues strahlt der blau-weisse Templo de San Diego. Templo de San Diego, San Christóbal San Christóbal Neben der Kirche werden frische Früchte in kleinen Kübeln verkauft.
Templo de San Diego, San Christóbal Auf dem höchsten Punkt des Mirador steht die Iglesa de San Christóbal, die im 17. Jh. errichtet wurde. Von hier aus hat man einen tollen Ausblick über die gesamte Stadt.
Iglesa de San Christóbal, San Christóbal Am nächsten Morgen starten wir um 9 Uhr unseren Ritt ins sicherlich eindrucksvollste Indiodorf San Juan Chamula. Pferde mit Führer mietet man am besten in San Christobál. Chamula liegt etwa 10 km entfernt.
Ritt nach San Juan Chamula Der Weg führt durch Nadelwälder mit herrlich rot-leuchtender Erde.
San Juan Chamula Zentrum der chamulanischen Glaubenswelt ist die im 17. Jh. erbaute Kirche, die heute wie ein Juwel am Rande der Plaza liegt. Wie sehr die Glaubensvorstellungen der Chamulanen von denen der traditionellen katholischen Kirche abweichen, wird sofort nach Betreten des Gotteshauses deutlich. Kirche von San Juan Chamula Den Besucher empfängt ein leeres Kirchenschiff ohne Bänke, der Boden ist mit Föhrennadeln übersät. Betende Indios kauern silhouettenhaft am Boden, entzünden langstielige, bunte Kerzen und platzieren diese nach bestimmten Mustern direkt auf die Nadeln. Dazu wird gemurmelt und ab und zu auch Coca Cola geopfert. Das spärliche Kerzenlicht, die Weihrauchschwaden und die eintönige Musik verwandeln den Raum in eine mystische Welt, die uns völlig gefangennimmt. Man fühlt sich äußerst wohl und den Göttern der Maya näher als den Heiligen der katholischen Kirche, die in farbenprächtigem Gewand von den Wänden ringsherum herabblicken. Wir möchten diesen fesselnden Ort gar nicht mehr verlassen.
San Juan Chamula Ausser in der Kirche stehen die Einheimischen den Touristen sehr reserviert gegenüber. Sie führen ein unheimlich hartes Leben, sind die Ärmsten im Lande und werden bis heute noch unterdrückt. Man sollte sich wirklich zurückhaltend bewegen. Insbesondere das Fotografierverbot muß unbedingt respektiert werden, da im schlimmsten Fall die Kamera konfisziert wird. Einheimische meinen, dass ihnen durch Fotoaufnahmen die Seele geraubt wird.
San Juan Chamula Am besten man bewegt sich mit einem einheimischen Führer durch die Indiodörfer - was beim Reiten der Fall ist - und geniesst somit glückliche Momente.
San Juan Chamula Am Nachmittag reiten wir wieder zurück - vorbei an sattgrünen Tälern mit Bächen, wo Frauen und Kinder Wäsche waschen.
San Juan Chamula Fertig für den Fototermin!
San Juan Chamula Nach drei Tagen verlassen wir die herrliche Stadt San Christóbal schweren Herzens wieder. Diesen Ort, die Menschen und vor allem die kleinen Indiokinder, die trotz Kälte und Armut strahlen, werden wir wohl nie vergessen. Immer wieder denken wir mit mit Freude an diese funkelnden Augen. Von San Chrostobál nehmen wir die gleiche Strasse, über die wir gekommen waren, nach Palenque zurück. Denn am Weg dorthin wollen wir unbedingt die Ruinenstadt Tonina und die Wasserfälle von Aqua Azul erforschen. Auf einer Stichstrasse ungefähr 15 km von Ocosingo, Zentrum der zapatistischen Untergrundbewegung, entfernt, vorbei an einem riesigen Militärstützpunkt erreicht man die Tempelanlage. Tonina war einmal ein bedeutendes Kulturzentrum der Maya während der Spätklassik (500 – 800 n. Chr.). Heute verirren sich wenige Touristen zu diesem versteckten Ort, der aufgrund seiner treppenartigen Bauweise sehr interessant ist. Festungsartig lehnen sich mehrere Stufen an einen Hügel, der steil aus dem Tal emporsteigt.
Tonina Von der obersten der fünf Terassen geniesst man einen weiten Blick über die malerische Landschaft von Chiapas.
Tonina Zu Mittag brechen wir auf, um Aqua Azul noch geniessen und baden zu können. Auf der Strasse ist wieder recht wenig los - die langsam dahin kriechenden und aufgrund der zahlreichen Kurven fast unüberholbaren Lastwägen schnupfen wir meistens mit Links, wenn sie wegen den unzähligen Toppes (Bodenschwellen) fast zum Stillstand kommen. Diese Art zu Überholen eignet sich eigentlich in ganz Mexiko - bei Toppes bremsen selbst die Geländefahrzeuge auf Schneckentempo ab, und wenn das Mietauto hin und wieder den Boden küßt, ist das auch nicht so tragisch - den Auspuff sollte man halt nicht unbedingt verlieren. Und dann ist es endlich soweit - Aqua Azul ist erreicht. Hier tummeln sich sehr viele, vor allem mexikanische Touristen, die gerne am Wochenende einen Ausflug hierher unternehmen. Um sicher zu sein, dass die Scheiben unseres Autos am Ende des Tages auch noch ganz sind, beauftragen wir eines der vielen Kinder, unseren Wagen zu bewachen. Der Anblick dieser rauschenden Schönheit ist faszinierend.
Aqua Azul Zahlreiche Wasserfälle durchbrechen in Kaskaden das dicht bewaldete Bergland. Natürliche Becken laden zum Schwimmen ein.
Aqua Azul Man sollte jedoch unbedingt darauf achten, nur an den Stellen zu baden, die als ungefährlich gelten und nicht übermütig die Mahnkreuze für ertrunkene Touristen ausser Acht lassen. Da die Wassermengen unheimliche Kräfte entfalten, ist es entspannter nicht zu nahe zum Wasserfall (oben sowie unten) hin zu schwimmen - die Sogwirkung ist recht stark.
Aqua Azul Im Wald befinden sich zahlreiche Versorgungshütten - man muss also nicht gleich die erstbesten, überfüllten in Parkplatznähe bevorzugen. Ein traumhafter Weg führt über kleine Brücken und Stege hinauf in eine bezaubernde Dschungellandschaft.
Aqua Azul Dort, wo der Pfad schon fast zu Ende zu sein scheint, war früher ein Hängemattenhotel, das aber mittlerweile aufgegeben wurde. Wir steuern dem sich weiter schlängelnden Weg zu, als sich plötzlich ein Polizist in den Weg stellt und uns erklärt, dass wir nicht weitergehen dürfen. Denn hinter dieser geheimnisvollen Biegung lauern Banditen, die einen ausrauben, die Kehle durchschneiden und ins Wasser werfen (übersetzter O-Ton).Da wir mit der Einstellung unterwegs sind, dass uns auch ein herunterfallender Ast tödlich treffen könnte, wenn man lange genug daran glaubt, gehen wir weiter. Nachdem der Polizist ausser Sichtweite ist und auch sonst alles bis auf das Rauschen der Wasserfälle ruhig und nichts zu sehen ist, wird uns wohl etwas mulmig. Noch dazu stehen wir plötzlich vor einer Hängebrücke, in die man nicht unbedingt viel Vertrauen setzen kann. Aber was soll´s – wir wollen doch Aqua Azul erforschen! Und schon sind wir drüben.
Aqua Azul Ein Gefühl macht sich breit, als hätte man über den "Totenfluß" das Jenseits betreten und befinde sich auf verbotenem Gebiet. Beim leisesten Geräusch zucken wir zusammen. Der Weg geht weiter nahe einem Fluß, wo sich auf der anderen Seite ein winziges Dorf, bestehend aus drei Hütten befindet. Über den reissenden Bach ist ein Seil gespannt, an dem eine Holzgondel mit Handkurbel zur Überfahrt hängt. Zwei laut, irrwitzig lachende Frauen laden uns zur Überfahrt ein. Da auf der anderen Seite ein türkisfarbiges Kreuz zur Begrüßung leuchtet lehnen wir ab. Banditendorf? Wir laufen weiter und kommen zu einem Canon, aus dem der Fluß entspringt. Ein wunderbarer Anblick. Hier endet der Weg. Nach kurzer Rast und glücklich, dass wir bis jetzt noch leben, kehren wir um. Auch die Mißtrauen erweckende Hängebrücke ist noch da wo sie war - wir sind wieder im Reich der Lebenden.
Aqua Azul Der Polizist ist nicht mehr da - war er vielleicht der getarnte Bandit?! Nach diesem spannenden Erlebnis, kommt eine Abkühlung wie gerufen - herrlich frisch das Wasser.
Aqua Azul Als wir zu unserem Auto zurückkehren, ist dieses auch noch ganz und wir setzen unseren Weg bei Dämmerung fort nach Palenque. Diesmal regnet es nicht und wir finden überglücklich ein ruhiges Hotelzimmer mit Fischrestaurant nahe den Ruinen. Wir stärken uns noch und gehen recht früh schlafen, denn am nächsten Tag wollen wir fit sein für einen der sicher schönsten Augenblicke. Palenque ist eine der schönsten und berühmtesten archäologischen Stätten des Landes. Eine Maya-Anlage mitten im dichten Urwald, am Ufer des Otulúm, eines Nebenflusses des Usumacinta. Gegründet wurde Palenque im 6. Jh., als sich die Maya-Kultur weiträumig zu verbreiten begann. Die Blütezeit als Zeremonialzentrum erlebte die Stadt zwischen dem 6. und 9. Jh., ehe sie wie viele andere dieser Region aufgegeben wurde und verfiel. Das Zentrum bildet der Palast auf einer mächtigen Plattform mit seinen vier verschachtelten Innenhöfen, die durch galerieartige Säulengänge miteinander verbunden sind. Die West- und Ostseite des Palastes schmücken Ornamente und Reliefbilder mit Maya-Profilen und Kulthandlungen.
Palast , Palenque Der vierstöckige Turm diente einst vielleicht als Observatorium zum Beobachten der Gestirne, heute ist er Wahrzeichen von Palenque.
Palast , Palenque Von dem ursprünglichen Palenque, das sich einst über 8 km erstreckte, wurde bisher nur das Zentrum freigelegt und restauriert, der Rest ist noch weitgehend unerforscht.
Totenmaske, Palenque Jenseits des Flusses, der von den Maya unterirdisch durch die Stadt geleitet wurde, stehen drei Pyramiden, die nur teilweise ausgegraben sind. Als ersten erreicht man den Tempel der Sonne, mit gut erhaltener Crestería und einem Relief der Sonne im Kultraum.
Tempel der Sonne, Palenque Noch schöner erhalten ist der schräg gegenüberliegende Tempel des Kreuzes, der als höchstgelegener Bau Palenques einen wunderschönen Ausblick bietet. Hier befindet sich auch das oft gezeichnete Bild des "Rauchenden Maya".
Tempel des Kreuzes, Palenque Der Tempel des Blattkreuzes ist von der Vegetation schon ziemlich überwuchert und Teile des Gewölbes stürzten aufgrund von Erdbeben ein. Im Inneren kann man dennoch die Darstellung zweier Figuren mit dem Vogel Quetzal sowie eine Maispflanze erkennen.
Palenque Vom Tempel des Kreuzes überblickt man die ganze Anlage - im Vordergrund der Tempel der Sonne, dahinter Tempel der Inschriften. In diesem befindet sich die Grabkammer des Maya-Fürsten Pacal, in die man absteigen kann, wenn nicht gerade Restaurationsarbeiten, wie in unserem Fall, den Zutritt verwehren.
Tempel der Sonne, Palenque Blick vom Tempel des Kreuzes auf den Palast. Hier heroben kann man stundenlang verweilen und die Eindrücke geniessen. Die Gebäude mitten unter den Urwaldriesen strahlen eine Faszination aus, der wir uns kaum entziehen können.
Palast , Palenque Die Nordgruppe befindet sich auf der anderen Seite des Palasts, bestehend aus fünf kleinen Tempeln, die zum Teil von Urwaldgestrüpp überwuchert, teilweise zerfallen sind. Einen davon beziehen wir sofort.
Tempel der Nordgruppe, Palenque Der Palast von der Nordgruppe aus gesehen bieten einen grandiosen Anblick. Palenque Immer wieder entdecken wir wunderschöne Blüten.
Blätter dienen ausgezeichnet als Regenschirm.
Wir verbringen einen faszinierenden Tag in Palenque.
Palast , Palenque Die Dämmerung bricht noch nicht an, also starten wir einen Kurzausflug zum Wasserfall Misol Ha. Dieser liegt am Weg von Palenque Richtung San Christóbal, nach ca. 20 km. Mitten im tropischen Regenwald stürzt das Wasser aus 30 Meter Höhe in einen Felskessel, der sich wunderbar als natürliches Schwimmbad anbietet.
Misol Ha Nun wird es schon Abend und wir beschliessen noch einen Teil der Monsterstrecke zurück zur Karibikküste gleich hinter uns zu bringen. Also starten wir mit Volldampf los Richtung Francisco Escárcega. Da wir ziemlich flott vorankommen und Escárcega ausser Fernfahrerversorgungsstätten nichts zu bieten hat, fahren wir noch weiter nach Xpujil.
Zone Rio Bec Wir erreichen Xpujil spät nachts und finden direkt an der Strasse ein nettes Hotel. Nach einem kurzen Abendessen fallen wir totmüde, aber überglücklich über die schönen Eindrücke die wir tagsüber gesammelt haben, ins Bett. Am nächsten Morgen freuen wir uns schon wieder eine schöne Tempelanlage ansehen zu können. Merkmal des Kulturzentrums Xpujil ist ein aus drei Türmen bestehender Komplex.
Xpujil Um diesen erklimmen zu können, klettern wir eine ziemlich steile Treppe hoch, in die große Masken des Regengottes eingelassen waren.
Xpujil Hier oben befinden sich in alle Himmelsrichtungen Steinbänke, von denen man einen tollen Ausblick genießt und die Seele baumeln lassen kann.
Xpujil Der gesamte Komplex ist von Gängen durchzogen, die wir - mit Taschenlampe gerüstet - teils kriechend erforschen. Immer wieder kommen wir zu Fenstern, von denen aus man Teile des Zentrums überblicken kann.
Xpujil Die steilen Treppen hinauflaufen geht ja noch, aber hinunter möchten wir am liebsten gleich fliegen.
Xpujil Zwischen den Türmen des daneben liegenden Tempels, erkennt man reich dekorierte Fassaden und mit Chac-Masken verzierte Friese.
Xpujil Das ehemals bedeutsame Zeremonialzentrum Becan liegt nur unweit von Xpujil entfernt. Der Namen bedeutet "wassergefüllter Graben" und weist auf seine Besonderheit hin. Ein 2 km langer und bis zu 16 Meter breiter Graben umschloß ringförmig die Kultstätte. Er diente wohl als Schutz vor feindlichen Angriffen.
Becan Rätselhaft allerdings ist, welche Feinde die Stadt hatte, da sich der Bau über mehrere Jahrhunderte hinzog und angesichts des chronischen Wassermangels bezweifeln heute viele Archäologen, dass der Graben überhaupt jemals mit Wasser gefüllt war. An der Ostplaza besteigen wir die zwei mächtigen Pyramidentürme.
Becan Die Zweiteilung
der Palastanlage läßt vermuten in welchem Verhältnis die Bewohner zueinander
standen. Vielleicht lebten oben die Herrscher oder Priester und darunter
das Gesinde oder der niedere Klerus.
Becan Nun glüht die Mittagssonne unerbitterlich - so beschliessen wir die vielen kleineren Tempelanlagen, die hier in Mengen verstreut sind, hinter uns zu lassen und zum Wasser zu flüchten.
Karibikküste Unser Weg führt über Chetumal nach Bacalar. Die Lagunen von Bacalar wollten wir uns schon bei der Hinfahrt genauer ansehen, haben sie uns aber für jetzt gerade richtig aufgehoben. Kurz vor dem Dorf Bacalar erreichen wir die Cenote Azul und stürzen uns gleich in dieses herrliche Wasser.
Cenote Azul Inmitten üppiger Vegetation liegt dieser glasklare, tiefblaue Frischwassersee mit einer Tiefe von 80 Metern. Direkt am Wasser liegt ein Restaurant mit Entspannungsgarantie.
Cenote Azul Wir nehmen eine Strasse, die zu den Lagunas de Bacalar, zum See der sieben Farben, führt.
Lagunas de Bacalar Wunderschön verschmelzen hier die blauen Farbtöne des Wassers mit denen des Himmels zu einem einzigartigen Bild.
Lagunas de Bacalar Nun hat unsere traumhafte, unbeschreiblich beeindruckende Reise wieder den Kreis geschlossen - wir kommen in Playa del Carmen an. Da wir hier nicht übernachten wollen und das Mietauto noch bis zum nächsten Tag haben, beschliessen wir, uns einen schönen Ort zwischen Playa del Carmen und Cancun für unsere restlichen Strandurlaubstage zu suchen. Der Weg führt uns nach Puerto Morelos. Liebevoll wird dieser Ort von den Einheimischen auch "Muerto Morelos" genannt, da ausser ein paar Restaurants am Hauptplatz nichts los ist - genau das richtige für uns! In einem wunderschönen Appartement im "Club Sirena", quartieren wir uns ein. Der Strand ist zwar voll mit angeschwemmtem Meeresgras, das nur bei den Hotels weggeräumt ist, dennoch kann man hier prächtig schwimmen, schnorcheln und wunderschöne Strandspaziergänge machen.
Puerto Morelos Wenn man den Strand Richtung Cancun entlang läuft, kommt man bei herzigen Cabanas vorbei.
Puerto Morelos Dort wohnt auch ein Affe, der gerne für Tanzvorführungen bereit ist.
Puerto Morelos In Puerto Morelos verbringen wir noch die restlichen Tage unseres Urlaubs und schliessen Freundschaft mit unglaublich lieben Menschen.
Puerto Morelos
ENDE
TIPPS: ☺ Auf gefährlichen Strecken
warte geduldig bis zum nächsten Toppes, dann hast du dein lästiges "Vordernase"
sicher los. ☺ Versuche auf jeden Fall
dein Talent in Spanisch, sei es auch noch so spärlich. ☺ Gib dich nicht als Gringo
(Amerikaner) aus - besser als Europäer. ☺ Schätze fremde Kulturen
und respektiere andere Lebensweisen - vor allem die der Indios. ☺ Bei Militär- und Polizeistopps
bewahre Ruhe und Freundlichkeit, dann ist der Aufenthalt kürzer als
du denkst. ☺ Fahre mit dem Auto lange
Strecken besser bei Tageslicht vor allem die Strasse von Palenque nach
San Christóbal. Geniesse dann den Ritt - es wird eine einmalige Ralley-Tour. ☺ Es ist ratsam, den Tank
bei "halbvoll" nachzufüllen, wenn dir eine Tankstelle gelegen kommt. ☺ An manchen Stränden möchtest
du sicherlich am liebsten viele, große Muscheln mitnehmen. Das ist zwar
nicht verboten, denke aber doch daran, dass die Muscheln in der Natur
- wo du sie findest - am besten aufgehoben sind. ☺ Kindern bei Ausgrabungsstätten
und sonstigen Touristenzentren trete eher kulant gegenüber und im Zweifel
zahle "Schutzgeld", da die meisten im Steinewerfen recht geübt sind. ☺ Bei vielen Tempelanlagen
führen finstere Gänge ins Innere der Pyramiden – nimm also unbedingt
eine Taschenlampe für deine Endeckungsreise mit. ☺ Die Tempelanlagen kann
man am besten in der Früh oder am Abend geniessen – um die Mittagszeit
werden laufend Touristen angekarrt. Weiterführende, empfehlenswerte
Literatur: DuMont Buchverlag: DUMONT Mexiko
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